Ein Speedcarving‑Wettbewerb folgt einem klar strukturierten Ablauf, der Fairness, Spannung und Vergleichbarkeit sicherstellt. Für das Publikum entsteht ein dynamisches Live‑Erlebnis, während die Carver unter hohem Zeitdruck ihr Können beweisen.

1. Ausgabe des Materials

Zu Beginn erhält jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer:

  • Identische Holzstämme: Alle Teilnehmenden erhalten einen gleich großen, gleichartigen Stamm. Diese Variante sorgt für maximale Vergleichbarkeit und faire Startbedingungen.
    Oder:

Freie Stammwahl: Die Carver dürfen sich ihren Holzstamm selbst aussuchen. Das eröffnet mehr kreative Freiheit, verlangt aber auch ein gutes Auge für Form, Maserung und Proportionen des Holzes.

Welche Variante genutzt wird, hängt vom jeweiligen Wettbewerb und der Disziplin ab.

  • Informationen zu Zeitlimit und Disziplin
  • ggf. ein Thema oder eine Motivvorgabe

Damit sind die Startbedingungen für alle gleich.
 

2. Vorbereitung am Arbeitsplatz

Vor dem Start dürfen die Carver:

  • ihre Motorsägen bereitstellen
  • Schutzkleidung anlegen
  • den Stamm begutachten, entsplinten, ablängen
  • ihre Idee im Kopf planen
  • Motividee grob vorzeichnen
    Wichtig: In vielen Wettbewerben sind keine Vorzeichnungen erlaubt, besonders in der Disziplin Chainsaw Only.

3. Startsignal – die Zeit läuft

Mit dem Startsignal beginnt der Wettkampf.

Je nach Disziplin stehen z. B. 30, 45, 60 oder 90 Minuten zur Verfügung.

Während dieser Zeit müssen die Carver:

  • grobe Formen herausarbeiten
  • Proportionen setzen
  • Details anlegen
  • die Skulptur klar erkennbar machen

Das Publikum erlebt jeden Schnitt live – ein zentraler Teil der Faszination.

4. Werkzeugregeln je nach Disziplin

Je nach Wettbewerb gelten unterschiedliche Vorgaben:

  • Klassisches Speedcarving: Motorsägen, Schleif- oder Fräswerkzeuge
  • Chainsaw Only: ausschließlich Motorsägen, keine Schleifer, keine Fräsen, keine Farbe, kein Anzeichnen
  • ThemenCarving: identische Regeln für alle Teilnehmenden

Diese Regeln sorgen für Fairness und Vergleichbarkeit.

5. Abpfiff – Werkzeuge aus, Hände weg

Nach Ablauf der Zeit müssen die Carver sofort stoppen.

Weitere Bearbeitung ist nicht erlaubt.

Die Skulptur wird nun so bewertet, wie sie im Moment des Abpfiffs dasteht.

6. Bewertung durch Jury oder Publikum

Die Bewertung eines Speedcarving‑Wettbewerbs kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

  • Klassische Jurywertung: Eine Fachjury beurteilt die Skulpturen nach Kriterien wie Erkennbarkeit des Motivs, Sauberkeit der Schnitte, Proportionen, Kreativität und Gesamteindruck.
  • Publikumswertung: Das Publikum entscheidet per Abstimmung, Applaus oder Stimmzettel über die Platzierungen.
  • Verkaufswertung (häufig bei Events): Bei vielen Veranstaltungen gibt es keine Jurywertung. Stattdessen werden die Skulpturen im Anschluss versteigert, und der Verkaufserlös bestimmt die Platzierung. Diese Variante ist besonders publikumsnah und sorgt für zusätzliche Spannung, da jede Skulptur ihren Wert direkt im Wettbewerb beweist.

7. Siegerehrung

Die besten Carver werden ausgezeichnet – je nach Event mit:

  • Pokalen
  • Preisgeldern
  • Sachpreisen
  • Qualifikationspunkten für die Teilnahme am Finale der Deutschen Speedcarving Meisterschaft

Viele Skulpturen werden anschließend versteigert oder für wohltätige Zwecke gespendet.